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Roland Bless 2006
Als Roland Bless 2006  zusammen mit den Bandmitgliedern von PUR in Nigeria war übernahm er spontan die Patenschaft für ein Mädchen

"Wir haben tagelang über nichts anderes gesprochen!"

Roland Bless, Schlagzeuger und Gitarrist, hat spontan die Patenschaft für ein Mädchen übernommen:

Herr Bless, noch während Ihres Besuches im SOS-Kinderdorf in Nigeria übernahmen Sie die Patenschaft für ein Mädchen. Ihre Bandkollegen zogen nach. Mittlerweile hat jeder von ihnen eine Patenschaft abgeschlossen.


Das war ein ganz spontaner Entschluss. Wir waren ja viel mit den Kindern zusammen, haben gesungen, getanzt. Ein Mädchen, Jumoke, fiel mir besonders auf, weil es ein unglaubliches Bewegungsgefühl hatte, sehr musikalisch war - ein hochgradiges Talent. Ich dachte sofort: Dieses Kind muss gefördert werden! Vielleicht habe ich ja tatsächlich später mal die Gelegenheit, Jumoke in dieser Richtung zu helfen.


Was bedeutet diese Art von Hilfe für ein Land wie Nigeria?


Man könnte denken, dass dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist; dass auch ein SOS-Kinderdorf nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist: 100 Kinder leben hier und was sind schon 100 Kinder angesichts von mehreren Millionen Menschen, die in Lagos unter ärmsten Bedingungen hausen? Ich denke trotzdem, dass es keine bessere Hilfe gibt. All diese 100 Kinder, dieses Mädchen Jumoke geben dem Land Hoffnung. Ihnen wird es später besser gehen und ich bin mir sicher, dass einige von ihnen die Hilfe, die sie bekommen haben, weitergeben werden.


Woran machen Sie das fest?


Die Kinder wachsen in einem geborgenen Umfeld auf, es geht ihnen gut. Schon bei den Kleinen spürt man, dass sie Verantwortung übernehmen, für ihre Geschwister, Freunde, die Mutter. Diese Jungen und Mädchen sind auf einem guten Weg.


Was hat Ihre Familie zu Ihrem Engagement gesagt?


Wir haben tagelang über nichts anderes gesprochen! Als meine Kinder die Fotos und das Video gesehen haben, das ich mitgebracht hatte, waren sie sehr ergriffen und wollten unbedingt noch mehr tun. Meine Tochter hat gleich eine Puppe aus dem Schrank gezogen, die sie nach Nigeria schicken wollte.


Ist soziales Engagement etwas, das Sie Ihren Kindern mitgegeben haben?


Ich finde es enorm wichtig, dass man sich einsetzt, um andere Menschen kümmert! Meine Tochter hat jetzt zum Beispiel mit sieben Jahren einen Klavierauftritt im Seniorenheim gehabt. Das finde ich toll.


Nun steht ja die Aktion "6 Dörfer für 2006" im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft. Bekommt das Turnier für Sie dadurch einen anderen Charakter?


Auf jeden Fall! Die Fußball-WM ist etwas Wunderbares, da geht es um Spaß und Spannung. Aber sie ist natürlich auch eine sehr kommerzielle Sache, ein großes Geschäftemachen. Da finde ich es absolut angemessen, auch die Menschen zu beteiligen, die nicht mitfeiern können und das Leid in der Welt ein kleines bisschen zu verringern. Genau da setzen die SOS-Kinderdörfer mit ihrer Kampagne an, und ich freue mich, dass PUR mit dabei ist!